Aktion „Combi fahren“ …

Ein Combi hier in Peru ist nicht das Auto, welches wir Deutschen kennen, sondern eine Art Kleinbus. Von diesen Combis fahren hier in Arequipa unmengen von herum. Und mit genau so einem Combi (Monterrey „C“ heißen die Combis, die ich erwischen muss) fahre ich jeden Morgen zur Sprachschule und Mittags wieder zurück nach Hause.

Für die Peruaner keine große Sache, aber für mich schon! 😉

Allerdings müsste ich dazu beschreiben können (noch besser wäre ein Video), wie es im Straßenverkehr so zu sich geht, was aber fast unmöglich ist. 😉 Die Straßen sind voll gestopft mit Autos, Taxis, Combis und einige wenige Motoradfahrer. Überall hupt es wie verrückt (obwohl das Hupen offizielle verboten ist *lach*, aber dazu einanderes Mal) und eine genaue Verkehrsordnung ist nicht wirklich erkennbar. Was ich allerdings sagen muss ist, dass es irgendwie funktioniert! Keine Ahnung wie, aber es funktioniert.

Also, ich stehe jeden Morgen an der gleichen Straßenecke und warte auf einen Combi von Monterrey „C“. Wenn ich ihn erblicke, strecke ich die Hand etwas nach vorne/unten und winke leicht (das ist das Signal damit der Combifahrer anhält). Danach springe ich – mehr oder weniger schnell – hinein, denn viel Zeit wird einem wahrhaft nicht gelassen. An der Tür steht ein Mitarbeiter der solange subir, subir, subir sagt (d.h. einsteigen, aufsteigen) bis jeder drin ist. Wenn ich Glück habe, ist noch ein Platz zum Sitzen frei, sonst steht man im Gang – mehr oder weniger eingepfercht.

Nun, am ersten Tag ist noch jemand mit mir gekommen und hat mir den Weg zur Schule „gezeigt“ bzw. hat mir Anhaltspunkte genannt, wo ich wieder aussteigen muss, um zur Schule zu kommen. Da man allerdings manchmal sitzten und manchmal stehen muss, ändern sich die Blickwinkel natürlich extrem bzw. man hat kaum Sicht nach draußen. Was aber relativ sicher ist, ist dass die Fahrt ca. 20 Minuten dauert. So versuche ich bei einem Stehplatz ungefähr nach 15 Minuten mal einen Blick nach draußen zu erhaschen. Den Kreisel mit dem goldenen Kopf in der Mitte erwischt man recht einfach und da heißt es dann für mich, dass es nicht mehr lange dauert.

Nähere ich mich meinem Haltepunkt (der Combifahrer hält immer da, wo man es ihm sagt. Es gibt keine richtigen bzw. festgelegten Haltestellen), gehe ich zur Tür bzw. quesche ich mich zur Tür und bezahle meine 0,70 Soles und steige so schnell wie möglich aus. Ja, der Mitarbeiter an der Tür fordert dich ununterbrochen mit bajo, bajo, bajo (gesprochen bacho) auf auszusteigen. In Deutschland würde man das wahrscheinlich nur einmal machen, bis man eine gelangt bekommt, aber hier ist es völlig normal. 😉 Zurück nach Hause geht das Ganze wieder von vorne los!

In den letzten Tagen bin ich, wie gesagt immer alleine gefahren, da meine Mitmissionarin Sabine krank ist und nicht zur Schule gehen konnte. Auch wenn man sich in Deutschland keine Gedanken darum macht, wie man von einem Ort zum anderen kommt, hier verspüre ich jedes Mal ein kleinwenig Stolz, dass ich die Situation „Combi fahren“ gut gemeistert habe und dort angekommen bin, wohin ich wollte! 🙂

(Bilder vom Combi folgen hoffentlich bald)

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Veröffentlicht in Peru

10 Kommentare zu “Aktion „Combi fahren“ …

  1. Ganz toll zu lesen, was du hier beschrieben hast!
    Ich bin Peruanerin und für mich ist es auch schon eine Erfahrung, jeden Tag mit den Combis zu fahren… Ich glaube, dass wir gut wissen, dass diese Verkehrschaos sich verändern sollte!

    Trotzdem glaube ich, dass dir ein Detail fehlt: Es gibt viele viele Leute, die nie ihre Fenster öffnen wollen! (Obwohl es jetzt bei uns Sommer ist und alles wirklich heiß ist…) Das finde ich am Schlechtesten!

    • Hallo Ana Lucia, danke für deinen Kommentar!
      Das mit den geschlossenen Fenstern ist mir noch nicht aufgefallen. Bis jetzt war ich eher erstaunt, wie gut die Luft in den Combis ist, obwohl es oft so voll ist. Aber ich bin bis jetzt auch nur an 4 Tagen mit den Combis gefahren. 🙂
      Sollte man was an dem Verkehrs“caos“ ändern? Ich find’s echt faszinierend, dass es nicht mehr Unfälle gibt. Aber du hast wahrscheinlich recht, es würde die Straßen sicherer machen. Was ich mir wünschen würde wäre etwas mehr Rechte für die Fußgänger! 😉

  2. Mal ganz ehrlich. Ich würde eingehen wie ein Primelchen!!. Ich bin ja in Berlin schon überfordert:)
    Große Bewunderung für dich Claudi, wie du das alles meisterst und dich noch amüsierst. Wir denken an dich. Liebe Grüße

  3. Hallo Tochter, das liest sich ja recht spannend und abenteuerlich. Wir hoffen, das du immer rechtzeitig zur Schule kommst, damit du nichts verpasst. Wir sind schon gespannt auf dein Bild vom Combi und den Menschen.
    Gruß Papa

    • Hallo Papa! Is auch spannend, kann ich dir sagen! 😉
      Nein, ich komme nie zu spät zur Schule. Aber meine Lehrerin war die letzten 3x zu spät und nun beginnen wir die nächsten beiden Wochen den Unterricht 5 Minuten früher, damit wir die Zeit aufholen. 😉

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