Gib dem, der dich bittet …

Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand  nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

Mt 5, 40-42

Diese Verse beschäftigen mich seit einigen Tagen. Genauer gesagt, seit Mittwoch Abend, als eine  gute Freundin die ersten beiden Verse als Antwort darauf grob zitierte, als ich ihr sagte, wir müssten als nächstes in unserem Hauskreis das Thema „Wie sage ich Nein“ für sie durch  nehmen.

Sie ist eine echte Dienerin und viele, sehr viele Leute nehmen das sehr gerne und  oft  in Anspruch. Viele von diesen Anfragen sind für mich verständlich, machen mehr oder weniger  Sinn und können unter „genehmigt“ abgespeichert werden. Einiges  aber erscheint für mich mehr als Ausnutzung oder Egoismus.

Ich weiß natürlich, dass  sie nicht dumm ist und  sich auch nicht ausnutzen lässt. Wenn dann z.B. jemand an ihrer Haustür klopft und nach 100 Soles fragt, weil sie ja doch jetzt für 2 Monate nicht in Curahuasi sei und man schließlich nicht wisse ob man just in diesen 2 Monaten nicht vielleicht etwas Geld braucht, dann sagt auch meine Freundin Nein.

In letzter Zeit bete ich  sehr oft, dass Gott mich doch gebraucht, dass er mir offene  Augen für Leute schenkt, die in Not sind, ect. Und wenn ich meine Freundin beobachte, denke ich dennoch so oft, dass man doch auch Zeit für sich braucht, dass es doch nicht wirklich nötig ist schon um 6 Uhr am Morgen an die Haustür zu klopfen, dass man sich auch ab und zu etwas Gutes gönnen sollte, dass man sich nicht überarbeiten sollte, etc.

Natürlich will Gott nicht, das wir in  ein Burn-out kommen, wir sollen unseren Körper und unsere Seele gesund halten und es ist überhaupt nichts Falsches daran sich auch mal was Schönes zu gönnen und zu genießen. Nur stelle  ich mir  in den letzten Tagen oft die Frage, ob ich das nicht sowieso schon automatisch mache? Muss ich mir das wirklich ständig wieder sagen, damit ich es nicht vergesse? Besteht bei mir überhaupt die Gefahr diese Dinge zu vergessen oder benutze ich das einfach als Ausrede nicht mit Leuten zu teilen oder denen zu helfen, die mich um etwas bitten?

Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will … eine wahre Herausforderung, die ich nur mit der Hilfe und Gnade Gottes bewältigen kann! Die Art meiner Freundin und ihre Bereitschaft zum Dienen fordern mich täglich heraus – spornen mich aber auch an!

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Ein Kommentar zu “Gib dem, der dich bittet …

  1. Jeden Tag die Motivation zu haben, anderen zu „dienen“ und trotzdem zum richtigen Zeitpunkt nein zu sagen….diese Mischung ist wohl eine der schwierigsten Herausforderungen für uns Christen. Aber wie gesagt, man kann wirklich auf beiden Seiten vom Pferd fallen und sollte wohl versuchen, immer wieder eine gute Mitte zu finden.
    Ich wünsche dir und mir und jedem, der da auch noch gerne hinkommen möchte viel Erfolg mit Gottes Hilfe und Barmherzigkeit.

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